E-Mobilität: Die Zukunft hat begonnen

Zum Schutz von Klima und Umwelt haben Elektroautos in Niederösterreich Vorrang.

Bequem und entspannt mit dem Elektroauto durch die Landschaft fahren und dabei Klima und Umwelt schonen. Keine Emissionen, kein Verkehrslärm und betrieben mit erneuerbarer Energie. Das soll in Zukunft eine Selbstverständlichkeit sein.

Der Wandel zu einer nachhaltigen und CO2 neutralen Mobilität ist in vollem Gange. Niederösterreich will hierzulande eine Vorreiterrolle übernehmen und die gesetzten Ziele sind ehrgeizig. Das Bundesland soll die österreichische Vorzeigeregion zum Thema Elektromobilität werden.

Bis 2020 wird es in Österreich einen Bestand von 250.000 E-PKW geben. Davon sollen 50.000 Elektroautos in Niederösterreich angemeldet sein. Das wären fünf Prozent am niederösterreichischen PKW-Gesamtbestand. So will man den steigenden Verkehrsemissionen entgegenwirken, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen.

Das gesetzte Ziel bis Ende 2015 100 Prozent des Strombedarfs in Niederösterreich aus erneuerbaren Energien zu decken, wurde erreicht. 59 Prozent der Energie kommen aus Großwasserkraft, 26 Prozent aus Windkraft, neun aus Biomasse, vier aus Kleinwasserkraft und zwei Prozent aus Photovoltaik. Damit ist das blau-gelbe Bundesland unabhängig von Strom aus fossilen Energieträgern. Gemeinsam mit der „NÖ Elektromobilitäts-Strategie 2014-2020“ wird so die ideale Basis geschaffen, um die E-Mobilität auszubauen und damit eine führende Rolle in Europa einzunehmen.

 

Kostenersparnis durch E-Mobilität.

Den ambitionierten Plänen des Landes Niederösterreich standen bisher allerdings drei Argumente gegenüber, die den Käufer immer noch abschreckten: hohe Kosten, geringe Reichweite und lange Ladezeiten an speziellen Ladestationen.

Die überzogenen Erwartungen in die Entwicklung und Einführung der E-PKW Modelle in den letzten Jahren haben sich leider nur schleppend erfüllt. Doch die Autoindustrie ist auf dem richtigen Weg. Neue Technologien und Fahrzeugkonzepte der großen Autokonzerne stellen die Alltagstauglichkeit der Elektromobilität sicher.

An erster Stelle der Argumente gegen Elektroautos stehen die hohen Anschaffungskosten. Elektroautos sind teurer als ihre „konventionellen“ Kollegen. Um den Autokäufern einen Anreiz zu bieten wird die Anschaffung eines Elektrofahrzeuges vom Land Niederösterreich gefördert. Privatpersonen können sich über eine Ankaufsförderung von bis zu 3.000 Euro bei reinen Elektroautos freuen. Bei einem Plug-In-Hybriden beträgt die Förderung bis zu 1.500 Euro. Kaufen Unternehmen, Gemeinden oder Vereine ein Elektroauto, fördert zusätzlich das Lebensministerium die Anschaffung, was eine Gesamtförderung von bis zu 5.000 Euro bringt. Dazu kommen noch 500 Euro für eine Ladestation oder das e-Car-Sharing-Equipment für Gemeinden und Vereine. Bei einem Plug-In-Hybriden gibt es bis zu 3.750 Euro Förderung.

Der Gesamtkostenvorteil für einen E-PKW ist durch das Förderprogramm nach fünf Jahren erreicht. Und 100 gefahrene Kilometer im E-Auto kosten nicht einmal halb so viel wie in einem Benzin-Fahrzeug. Dazu kommt noch die kostengünstigere Wartung der Autos. Die Ersparnis für einen VW e-Golf im Vergleich zu einem „konventionellen“ Golf beträgt nach acht Jahren rund 3.500 Euro. Bei einem BMW i3 beträgt die Ersparnis zu einem BMW 118i nach acht Jahren sogar rund 13.000 Euro.

Außerdem sind Elektroautos von der motorbezogenen Versicherungssteuer befreit und auch die NoVA entfällt.

Verändertes Mobilitätsverhalten.

Die oft beklagte geringe Reichweite der strombetrieben Fahrzeuge, ist für viele Interessenten ein weiteres Problem. Derzeit liegt die Reichweite der Elektroautos realistisch zwischen 150 und 170 Kilometern. Vielfahrer werden damit nicht glücklich. Auf den Automessen stellen einige Hersteller wie Tesla oder GM allerdings bereits Modelle vor, die mit Reichweiten zwischen 300 und 500 Kilometern punkten. Wie Studien zeigen sind so weite Ausfahrten mit dem Auto im täglichen Gebrauch allerdings eher die Ausnahme. Tatsächlich sind 95 Prozent der täglichen Fahrten kürzer als 50 Kilometer. 80 Prozent liegen sogar unter 20 gefahrenen Kilometern.

Unser Mobilitätsverhalten wird sich in Zukunft immer weiter ändern. Elektromobilität wird mit Multimodalität verknüpft, hin zu einer sinnvollen Kombination von umweltfreundlichen Fahrzeugen. Es ist nicht notwendig die ganze Wegstrecke mit dem Auto zu fahren, wenn man bequem auf verschiedene öffentliche Verkehrsmittel umsteigen und diese kombinieren kann. Ein weiterer Punkt der niederösterreichischen Mobilitätsstrategie ist die Reduktion des PKW-Individualverkehrs von 25.000 Menschen durch E-Mobilitäts-Konzepte. Die Bedürfnisse und Anforderungen von Autofahrern in Städten oder im Speckgürtel um Wien sind andere als die der Autofahrer in ländlichen Gebieten, darum sollen Lösungen umgesetzt werden, die maßgeschneidert für die Region sind.

Passende Infrastruktur.

Durch moderne Akku- und Ladetechnologien werden auch die Ladezeiten immer kürzer. Vorbei sind die Zeiten, in denen man mehrere Stunden warten musste, bis das Auto wieder einsatzfähig war. Je nach Anschlussleistung der E-Tankstelle kann ein Elektroauto schon nach 20 bis 30 Minuten zu 80 Prozent vollgeladen sein. Die meisten Elektroautos können an einer herkömmlichen 220-Volt Steckdose geladen werden. Die Ladezeit beträgt hier rund vier Stunden. Wer es schneller haben will, braucht einen 380-Volt Anschluss oder eine Ladestation.

Die Schaffung einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur ist ausschlaggebend, um die Käufer zufriedenzustellen. Die Niederösterreicher haben sich hier zum Ziel gesetzt bis Ende 2016 jedes schnellladefähige E-Auto innerhalb eines 30 Kilometer Radius in weniger als einer Stunde aufladen zu können. Innerhalb eines 60 Kilometer Radius soll in weniger als 30 Minuten vollgeladen werden. Österreichweit gibt es derzeit rund 20 solcher Ladestationen, davon stehen 11 in Niederösterreich. Möglichkeiten das Fahrzeug auch in der privaten Wohnhausanlage oder der Garage laden zu können müssen noch vermehrt geschaffen werden. Denn die günstigste Zeit ist oft nachts, wenn das Auto nicht gebraucht wird. Das Laden soll bald so einfach funktionieren, wie bei einem Handy. Doch nicht jedem Autobesitzer steht nachts eine Garage mit Steckdose zur Verfügung. Wer auf der Straße vor dem Haus parkt wird es schwer haben.

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